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Wärmerix

Monoblock oder Split: welche Bauform zu Ihrem Haus passt

Wo bei Monoblock und Split der Kältekreis sitzt, wer ihn anschließen darf und was Propan, Frost und Aufstellort für die Wahl bedeuten.

Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.

Bei einer Monoblock-Wärmepumpe steckt der ganze Kältemittelkreis in einem Gerät, meist draußen, und ins Haus führen nur Wasserleitungen. Bei einer Split-Wärmepumpe ist der Kreis auf ein Außen- und ein Innengerät verteilt, die mit Kältemittelleitungen verbunden sind. Monoblock-Geräte sind einfacher anzuschließen und arbeiten heute meist mit Propan, Splitgeräte brauchen einen zertifizierten Kälte-Fachbetrieb, sind dafür bei langen Wegen zwischen Außengerät und Heizungsraum flexibler.

So sind die beiden Bauformen aufgebaut

Jede Luft-Wasser-Wärmepumpe hat einen Kältemittelkreis mit Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsventil. Der Unterschied liegt darin, wo diese Teile sitzen.

Monoblock: Alle kältemittelführenden Bauteile sind in einem Gehäuse verbaut und ab Werk befüllt und verschlossen. Das Gerät gibt die Wärme an Heizungswasser ab, das über zwei gedämmte Leitungen ins Haus fließt. Im Haus stehen dann nur noch Speicher, Pumpen und Regelung. Es gibt auch Monoblock-Geräte für die Innenaufstellung, bei denen die Luft über Kanäle durch die Wand angesaugt und ausgeblasen wird.

Split: Draußen stehen Verdampfer, Ventilator und meist der Verdichter. Drinnen hängt ein Innengerät mit dem Wärmetauscher zum Heizungswasser. Dazwischen laufen gedämmte Kupferleitungen, in denen das Kältemittel zirkuliert. Diese Leitungen werden auf der Baustelle verlegt, verbunden, auf Dichtheit geprüft und der Kreis wird erst dann in Betrieb genommen.

PunktMonoblockSplit
Kältemittelkreisgeschlossen im Gerät, ab Werk befülltauf zwei Geräte verteilt, Leitungen werden vor Ort verbunden
Verbindung ins HausHeizungswasserKältemittel
Wer anschließtHeizungsfachbetrieb, Eingriff in den Kältekreis nicht nötigBetrieb mit Zertifizierung und Personal mit Sachkunde
FrostWasserleitungen im Freien müssen geschützt werdenKältemittelleitungen frieren nicht ein
Kältemittel heutehäufig Propan (R290)häufig R32, Propan bisher die Ausnahme
Platz im Hauswenig, nur Hydraulik und SpeicherInnengerät an der Wand

Kältemittelleitungen und Sachkunde

Wer Kältemittelleitungen verlegt und eine Split-Wärmepumpe in Betrieb nimmt, greift in den Kältekreis ein. Das ist nach der EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 und der deutschen Chemikalien-Klimaschutzverordnung eine Installation, für die es eine Zertifizierung braucht. Das Umweltbundesamt stellt in seinen Antworten zur F-Gase-Verordnung klar: Die Zertifizierungspflicht für die Installation gilt unabhängig von der Füllmenge. Das bloße Aufstellen einer Wärmepumpe ohne Eingriff in den Kältekreis zählt dagegen nicht als Installation.

Konkret heißt das zweierlei. Die Person, die am Kältekreis arbeitet, braucht eine Sachkundebescheinigung, deren umfassendste Stufe die Kategorie I ist. Und das Unternehmen muss nach § 6 der Chemikalien-Klimaschutzverordnung zertifiziert sein, wenn es solche Arbeiten für Kunden ausführt. Neu ist laut Umweltbundesamt, dass die Verordnung von 2024 die Ausbildung auch auf alternative Kältemittel wie Kohlenwasserstoffe ausweitet. Bisherige Sachkundebescheinigungen gelten für Arbeiten mit diesen Kältemitteln übergangsweise bis zum 12. März 2029.

Für Sie als Bauherr bedeutet das: Lassen Sie sich bei einem Splitgerät zeigen, wer den Kältekreis anschließt und welche Zertifikate vorliegen. Viele Heizungsbetriebe arbeiten dafür mit einem Kältetechniker zusammen. Bei einem Monoblock entfällt dieser Schritt, weil der Kreis geschlossen ab Werk kommt.

Welche Kältemittel noch erlaubt sind

Die F-Gase-Verordnung schränkt Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial (GWP) schrittweise ein. Verboten wird dabei das Inverkehrbringen neuer Geräte, nicht der Betrieb bestehender Anlagen. Für Wärmepumpen bis 12 kW gelten laut Anhang IV diese Stufen:

AbBauformRegel
1. Januar 2027Monoblock und andere in sich geschlossene Wärmepumpenkeine F-Gase mit GWP von 150 oder mehr
1. Januar 2027Luft-Wasser-Splitsystemekeine F-Gase mit GWP von 150 oder mehr
1. Januar 2032Monoblock und andere in sich geschlossene Wärmepumpenkeine F-Gase mehr
1. Januar 2035Splitsystemekeine F-Gase mehr

Für alle Stufen gibt es Ausnahmen, wenn Sicherheitsvorschriften am Standort ein anderes Kältemittel verlangen. Das verbreitete R32 hat ein GWP von 675 und fällt damit ab 2027 aus dem Neuverkauf kleiner Geräte, sofern keine solche Ausnahme greift. Für die Förderung ist die Grenze noch früher wichtig: Laut BEG-Richtlinie werden ab dem 1. Januar 2028 nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert, etwa Propan (R290), Isobutan oder CO2. Mehr zu den einzelnen Stoffen lesen Sie im Ratgeber Kältemittel in der Wärmepumpe.

Propan und die Bauform

Propan hat ein sehr geringes Treibhauspotenzial, ist aber brennbar (Sicherheitsklasse A3). Deshalb steckt es heute vor allem in Monoblock-Geräten, die draußen stehen. Der Hersteller Bosch beschreibt, dass der Kältekreis dann komplett vor dem Haus liegt und der Installateur einen Schutzbereich von mindestens 1 Meter zu bodennahen Gebäudeöffnungen einhält. In diesem Bereich dürfen keine Zündquellen wie Steckdosen, Lampen oder ein Grill sein, und auch Kellerfenster, Lichtschächte oder Abflüsse spielen bei der Planung eine Rolle. Bei Splitgeräten ist Propan bisher die Ausnahme, weil das Kältemittel dann bis ins Haus geführt würde. Steht ein Propan-Gerät innen, gelten strengere Anforderungen an Raum und Gehäuse.

Frostschutz bei Monoblock-Geräten

Beim Monoblock fließt Heizungswasser zwischen Haus und Außengerät. Im Normalbetrieb überwacht die Wärmepumpe das Wasser und schützt sich selbst. Kritisch wird es, wenn bei strengem Frost der Strom länger ausfällt, denn dann steht auch die Umwälzpumpe. Fachbetriebe sichern das auf verschiedene Weise: mit kurzen, gut gedämmten Leitungen, mit Frostschutzventilen, die das Wasser im Notfall ablaufen lassen, mit einer elektrischen Begleitheizung oder mit einem Frostschutzmittel im Wasserkreis, das die Wärmeübertragung etwas verschlechtert. Welche Lösung der Hersteller freigibt, steht in der Montageanleitung. Splitgeräte haben dieses Problem nicht, weil das Kältemittel bei den hier üblichen Temperaturen nicht gefriert. Was die Wärmepumpe an kalten Tagen sonst leistet, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe im Winter.

Aufstellung und Leitungswege

Die Bauform entscheidet mit, wo das Außengerät stehen kann. Beim Monoblock sollen die Wasserleitungen zwischen Außengerät und Hausdurchführung kurz sein, weil jeder Meter im Freien Wärme verliert und gegen Frost geschützt werden muss. Ein Splitgerät verträgt längere Wege, weil die dünneren Kältemittelleitungen leichter durch Wand oder Keller zu führen sind. Die zulässige Leitungslänge und den Höhenunterschied gibt der Hersteller vor.

Für beide gilt: Abstand zum Nachbarn, Schall und eine freie Luftführung sind wichtiger als die Bauform. Ein gut geplanter Monoblock im Garten ist leiser als ein schlecht platziertes Splitgerät an der Hauswand. Worauf es beim Standort ankommt, lesen Sie in den Ratgebern zur Lautstärke und zum Aufstellort.

Was im Einfamilienhaus meist passt

Im Einfamilienhaus mit Garten und kurzem Weg zum Heizungskeller ist ein außen aufgestellter Monoblock mit Propan heute oft die naheliegende Wahl: Er ist ab Werk dicht, braucht keinen Eingriff in den Kältekreis vor Ort und bleibt auch nach 2028 förderfähig. Ein Splitgerät kann sinnvoll sein, wenn das Außengerät weit vom Heizungsraum entfernt stehen muss oder im Haus kaum Platz für Speicher und Hydraulik ist. Achten Sie dann auf das Kältemittel und darauf, ob das Gerät auf der Förderliste des BAFA steht. Wie Sie die Wärmepumpe insgesamt auswählen, steht im Überblick zu den Wärmepumpen-Arten, die Fördervoraussetzungen auf unserer Seite zur Förderung.

Häufige Fragen

Darf jeder Heizungsbauer eine Split-Wärmepumpe anschließen?

Nein. Wer den Kältekreis verbindet und befüllt, braucht eine Sachkundebescheinigung, und der Betrieb muss nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung zertifiziert sein. Das Aufstellen ohne Eingriff in den Kältekreis ist davon nicht betroffen.

Muss ich meine Split-Wärmepumpe mit R32 wegen der F-Gase-Verordnung austauschen?

Nein. Die Verbote betreffen das Inverkehrbringen neuer Geräte. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und gewartet werden.

Ist ein Monoblock mit Propan gefährlich?

Propan ist brennbar, deshalb steht das Gerät meist draußen und es gilt ein Schutzbereich ohne Zündquellen. Gefahr entsteht nur, wenn Gas unbemerkt austritt, sich anreichert und auf eine Zündquelle trifft.

Was ist bei einem Stromausfall im Winter mit einem Monoblock zu tun?

Bei kurzen Ausfällen nichts. Für längere Ausfälle bei strengem Frost sollte der Fachbetrieb den Wasserkreis bei der Planung absichern, etwa mit Frostschutzventilen oder Frostschutzmittel, und Ihnen zeigen, was im Notfall zu tun ist.