Stromverbrauch der Wärmepumpe: so rechnen Sie Ihre Monatskosten aus
Mit einer einfachen Formel schätzen Sie aus Ihrer Gasrechnung, wie viel Strom eine Wärmepumpe braucht und was sie im Monat kostet.
Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.Eine Wärmepumpe braucht so viel Strom, wie Ihr Haus an Wärme braucht, geteilt durch ihre Jahresarbeitszahl. Ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Wärmebedarf kommt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 auf rund 5.300 kWh Strom im Jahr. Mit einem durchschnittlichen Wärmepumpentarif sind das etwa 1.410 Euro im Jahr oder knapp 120 Euro im Monat.
Die Formel für den Strombedarf
co2online fasst es in einer Zeile zusammen: Stromverbrauch gleich Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl. Beide Größen können Sie vorab gut abschätzen.
- Wärmebedarf: Am einfachsten nehmen Sie Ihren bisherigen Gas- oder Ölverbrauch aus den Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre und bilden den Mittelwert. Der alte Kessel hat nicht alles davon in Wärme verwandelt. co2online setzt dafür den Faktor 0,9 an: 20.000 kWh Gas entsprechen also rund 18.000 kWh Wärme für Heizung und Warmwasser.
- Jahresarbeitszahl: Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe im Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Im Feldtest des Fraunhofer ISE in älteren Wohnhäusern erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel 3,4, die gemessene Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Erdwärmepumpen kamen auf 4,3. Was hinter dieser Zahl steckt, erklärt der Ratgeber Jahresarbeitszahl.
Zur Kontrolle hilft ein zweiter Wert: co2online nennt als üblichen Stromverbrauch einer Wärmepumpe 27 bis 42 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr. Angenommen, das Haus aus dem Beispiel hat 140 Quadratmeter, dann landet es mit rund 5.300 kWh bei knapp 38 kWh pro Quadratmeter, also im üblichen Rahmen.
Rechenbeispiele für drei Häuser
Alle Annahmen sind offengelegt, damit Sie Ihre eigenen Zahlen einsetzen können:
- Wärme gleich bisheriger Gasverbrauch mal 0,9.
- Jahresarbeitszahl 3,4, der Mittelwert der Luft-Wasser-Wärmepumpen im Fraunhofer-Feldtest.
- Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler: 24 Cent je kWh plus 140 Euro Grundpreis im Jahr. Das ist der Durchschnitt, den die Verbraucherzentrale NRW in einer Umfrage bei Stromanbietern im August 2025 ermittelt hat (veröffentlicht Februar 2026).
| Bisheriger Gasverbrauch | Wärme | Strom bei JAZ 3,4 | Kosten pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| 12.000 kWh | 10.800 kWh | rund 3.180 kWh | rund 900 Euro | rund 75 Euro |
| 20.000 kWh | 18.000 kWh | rund 5.290 kWh | rund 1.410 Euro | rund 118 Euro |
| 30.000 kWh | 27.000 kWh | rund 7.940 kWh | rund 2.050 Euro | rund 170 Euro |
Zum Vergleich: Laut Heizspiegel 2026, den co2online ausgewertet hat, kostete das Heizen mit einer Wärmepumpe im Durchschnitt rund 1.260 Euro im Jahr. Die Beispiele liegen also in einer realistischen Größenordnung.
Was die Rechnung nach oben oder unten verschiebt
Zwei Stellschrauben wirken am stärksten: die Effizienz der Anlage und der Stromtarif. Wir bleiben beim mittleren Haus mit 18.000 kWh Wärme.
| Variante | Rechnung | pro Monat |
|---|---|---|
| Gut eingestellt, JAZ 3,4, eigener Zähler | 5.294 kWh × 24 Cent + 140 Euro | rund 118 Euro |
| Schwächer geplant, JAZ 2,8, eigener Zähler | 6.429 kWh × 24 Cent + 140 Euro | rund 140 Euro |
| JAZ 3,4, ohne eigenen Zähler | 5.294 kWh × 31,5 Cent + 200 Euro Grundpreis abzüglich 145 Euro Netzentgelt-Rabatt | rund 144 Euro |
Die Werte für die letzte Zeile stammen ebenfalls aus dem Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW. Sie gelten für Wärmestromtarife, bei denen die Wärmepumpe ohne zweiten Zähler läuft, mit dem pauschalen Rabatt nach Modul 1. Der allgemeine Haushaltsstrom kostete laut BDEW-Strompreisanalyse 2026 bisher im Schnitt 37,0 Cent je kWh. Wer die Wärmepumpe ohne passenden Tarif einfach mitlaufen lässt, zahlt also spürbar mehr. Welches Modul nach § 14a EnWG zu Ihrem Verbrauch passt und wann sich ein eigener Zähler lohnt, erklären wir ausführlich im Ratgeber Stromtarif für die Wärmepumpe.
Warum der Verbrauch im Jahr schwankt
Die Monatskosten sind ein Durchschnitt. Tatsächlich verbraucht die Wärmepumpe den größten Teil ihres Stroms in den Wintermonaten, im Sommer nur wenig für das Warmwasser. In einer kalten Januarwoche kann der Zähler deshalb ein Vielfaches dessen zeigen, was er im Juli zeigt. Ihr Stromversorger verteilt das über gleichbleibende Abschläge. Setzen Sie den Abschlag im ersten Jahr nicht zu knapp an, sonst kommt nach dem ersten Winter eine Nachzahlung.
Auch das Wetter spielt mit. Ein milder Winter senkt den Verbrauch, ein strenger erhöht ihn. Der Fraunhofer ISE weist darauf hin, dass die Winter im Messzeitraum des Feldtests eher mild waren. Der Heizstab übernahm bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit, in einem kälteren Jahr kann er mehr beitragen. Was an Frosttagen passiert, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Winter.
So senken Sie den Stromverbrauch
Die größten Hebel liegen in der Planung und in der Einstellung, nicht im Gerät allein. Viele davon nennt auch co2online:
- Vorlauftemperatur niedrig halten. Jedes Grad weniger spart Strom. Oft reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen, mehr dazu im Ratgeber Heizkörper tauschen.
- Richtige Größe wählen. Eine zu große Wärmepumpe taktet häufig und arbeitet schlechter. Grundlage ist die raumweise Heizlastberechnung.
- Heizkurve und Warmwasser einstellen. Eine zu steile Heizkurve oder ein unnötig heißer Warmwasserspeicher kosten jeden Tag Strom, ohne dass es auffällt.
- Heizstab im Blick behalten. Er sollte nur an sehr kalten Tagen zuschalten. Läuft er häufig, stimmt meist an der Einstellung etwas nicht.
- Eigenen Solarstrom nutzen. Eine Photovoltaikanlage deckt vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst einen Teil des Bedarfs, mehr dazu unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Den eigenen Verbrauch kontrollieren
Geförderte Wärmepumpen messen Strom und erzeugte Wärme und zeigen beides an. Schreiben Sie die Werte einmal im Monat auf. Nach einem vollen Jahr teilen Sie die Wärmemenge durch den Strom und erhalten Ihre tatsächliche Jahresarbeitszahl. Liegt sie deutlich unter der Planung, lohnt sich eine Überprüfung der Einstellungen durch den Fachbetrieb.
Denken Sie bei allen Zahlen daran: Der Haushaltsstrom für Licht, Küche und Geräte kommt noch dazu. Auf der anderen Seite fallen die Gasrechnung, der Gas-Grundpreis und die Kosten für den Schornsteinfeger weg. Wie viel Sie unter dem Strich gegenüber Gas sparen, zeigt der Vergleich Wärmepumpe oder Gasheizung. Eine erste Einschätzung für Ihr Haus erhalten Sie mit unserem Heizungs-Check.
Häufige Fragen
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus pro Jahr?
Das hängt vom Wärmebedarf ab. Bei 18.000 kWh Wärme und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 sind es rund 5.300 kWh, co2online nennt als übliche Spanne 27 bis 42 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche.
Wie hoch sollte der monatliche Abschlag für die Wärmepumpe sein?
Teilen Sie den geschätzten Jahresverbrauch mal Arbeitspreis plus Grundpreis durch zwölf. Im ersten Jahr lieber etwas großzügiger ansetzen, weil der Verbrauch im Winter hoch ist und die Anlage oft noch nachjustiert wird.
Braucht die Wärmepumpe im Sommer auch Strom?
Ja, aber wenig. Im Sommer bereitet sie nur Warmwasser, der größte Teil des Jahresverbrauchs fällt in den Heizmonaten an.
Wie viel macht der Heizstab beim Stromverbrauch aus?
Bei gut geplanten Anlagen wenig. Im Feldtest des Fraunhofer ISE lieferte er bei Luft-Wasser-Wärmepumpen 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit, allerdings in eher milden Wintern.
Weiterlesen
- Was kostet eine Wärmepumpe?Was eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus wirklich kostet, welche Posten oft fehlen, was nach der Förderung bleibt und was der Betrieb kostet.
- So stellen Sie den KfW-Förderantrag für die WärmepumpeWie Sie den Zuschuss aus Programm 458 richtig beantragen: Reihenfolge, Fristen, Nachweise und die Fehler, die am häufigsten Geld kosten.
- Der richtige Stromtarif für Ihre WärmepumpeWas § 14a EnWG für neue Wärmepumpen bedeutet, welches Netzentgelt-Modul passt und worauf Sie beim Wärmepumpentarif achten sollten.
Quellen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (03.11.2025)
- co2online: Stromverbrauch von Wärmepumpen berechnen
- co2online: Luft-Luft-Wärmepumpe (Schätzformel Gasverbrauch × 0,9)
- co2online: Wärmepumpe, Kosten, Funktion und Förderung 2026 (Heizspiegel 2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Stromtarife für Wärmepumpen (Februar 2026)
- BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026