Was kostet eine Wärmepumpe?
Was eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus wirklich kostet, welche Posten oft fehlen, was nach der Förderung bleibt und was der Betrieb kostet.
Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im bestehenden Einfamilienhaus inklusive Einbau meist 25.000 bis 40.000 Euro, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. In ihrer Auswertung von 160 echten Angeboten lag die Hälfte unter rund 35.000 Euro. Davon zieht die KfW-Förderung je nach Situation 30 bis 80 Prozent von höchstens 28.000 Euro förderfähigen Kosten ab.
Was echte Angebote zeigen
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen ausgewertet, die zwischen Oktober 2024 und Mai 2025 für Ein- und Zweifamilienhäuser mit Öl- oder Gasheizung erstellt wurden. Alle Preise sind Bruttopreise.
| Kennzahl | Alle 160 Angebote | 42 vollständige Angebote |
|---|---|---|
| Günstigstes Angebot | 20.228 Euro | 26.298 Euro |
| Teuerstes Angebot | 63.061 Euro | 52.032 Euro |
| Mittelwert | 36.279 Euro | 37.564 Euro |
| Median | 34.979 Euro | 36.011 Euro |
Als vollständig zählte die Verbraucherzentrale ein Angebot, wenn es hydraulischen Abgleich, Fundament, Elektroinstallation und Montage enthielt. Kosten für einen Heizkörpertausch wurden dabei herausgerechnet. Das traf nur auf 26 Prozent der Angebote zu. Die sehr günstigen Angebote waren also oft deshalb günstig, weil etwas fehlte.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Das Gerät selbst ließ sich in den Angeboten kaum getrennt bewerten, weil oft Zubehör mit eingerechnet war. Für die übrigen Posten nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz diese Werte:
| Posten | Spanne | Median |
|---|---|---|
| Montage und Lohn | 2.356 bis 12.492 Euro | 6.902 Euro |
| Elektroinstallation | 488 bis 6.981 Euro | 2.618 Euro |
| Warmwasserbereitung | 482 bis 9.859 Euro | 2.365 Euro |
| Fundament für das Außengerät | 238 bis 3.451 Euro | 1.428 Euro |
| Pufferspeicher | 449 bis 3.749 Euro | 1.239 Euro |
| Hydraulischer Abgleich | 238 bis 2.660 Euro | 1.098 Euro |
| Tausch eines Heizkörpers | 326 bis 1.207 Euro | 642 Euro |
Die großen Spannen haben Gründe. Bei der Elektrik muss manchmal der ganze Zählerschrank erneuert werden. Beim hydraulischen Abgleich fehlen in alten Anlagen oft voreinstellbare Ventile. Und ob einzelne Heizkörper getauscht werden müssen, zeigt erst die raumweise Heizlastberechnung. Welche Heizkörper sich eignen, steht im Beitrag Heizkörper tauschen.
Positionen, die in Angeboten oft fehlen
- Das Fundament stand nur in 47 Prozent der Angebote, obwohl ein außen aufgestelltes Gerät es fast immer braucht.
- Die Elektroinstallation fehlte in knapp 35 Prozent.
- Der hydraulische Abgleich fehlte in rund 20 Prozent, obwohl ohne ihn keine Förderung fließt.
- Einen Heizkörpertausch boten nur 11 Prozent an.
Wird so etwas als „bauseits“ markiert, müssen Sie es selbst beauftragen. Die Verbraucherzentrale beziffert die möglichen Zusatzkosten auf 726 bis 10.432 Euro.
Andere Arten von Wärmepumpen
Eine Erdwärmepumpe braucht eine Bohrung oder einen Flächenkollektor im Garten. Für diese Erschließung nennt co2online 8.000 bis 16.000 Euro zusätzlich. Dafür arbeitet sie im Winter mit einer wärmeren Quelle und erreicht höhere Jahresarbeitszahlen. Im Feldtest des Fraunhofer ISE lagen Erdwärmepumpen im Bestand bei 3,6 bis 5,2, Luft-Wasser-Wärmepumpen bei 2,4 bis 4,0. Ob sich der Aufpreis rechnet, hängt vom Grundstück ab. Einen Vergleich finden Sie unter Arten von Wärmepumpen.
Förderung abziehen
Die KfW fördert den Heizungstausch im Programm 458 mit 30 Prozent Grundförderung. Selbstnutzer erhalten 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus, wenn sie eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 50.000 Euro kommt ein gestaffelter Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent dazu. Die Summe ist bei 80 Prozent gedeckelt, förderfähig sind höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Ein Beispiel: Angenommen, Ihr vollständiges Angebot liegt beim Median der Verbraucherzentrale von gerundet 36.000 Euro. Dann sind 28.000 Euro förderfähig.
| Situation | Fördersatz | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Vermietet oder Gaskessel jünger als 20 Jahre | 30 Prozent | 8.400 Euro | 27.600 Euro |
| Selbst bewohnt, Bonus für Altanlage | 46 Prozent | 12.880 Euro | 23.120 Euro |
| Zusätzlich Einkommensbonus 10 Prozent | 56 Prozent | 15.680 Euro | 20.320 Euro |
| Zusätzlich Einkommensbonus 30 Prozent | 76 Prozent | 21.280 Euro | 14.720 Euro |
| Zusätzlich Einkommensbonus 40 Prozent | 80 Prozent (Deckel) | 22.400 Euro | 13.600 Euro |
Zwei Termine sollten Sie kennen. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte. Und die förderfähigen Kosten sinken ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Stand Oktober 2026, Einzelheiten auf unserer Seite zur Förderung und im Beitrag zum Förderantrag bei der KfW.
Betriebskosten im Vergleich
Die Anschaffung ist nur die eine Hälfte. Die Rechnung unten zeigt, wie Sie die laufenden Kosten selbst abschätzen. Alle Annahmen sind offengelegt, setzen Sie gern Ihre eigenen Werte ein.
- Bisheriger Verbrauch: 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr.
- Der alte Kessel macht daraus etwa 90 Prozent nutzbare Wärme, also 18.000 Kilowattstunden. Das ist eine Annahme, ältere Kessel liegen oft darunter.
- Gaspreis: 11,93 Cent je Kilowattstunde, der Durchschnitt für Einfamilienhäuser laut BDEW im August 2026.
- Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe: 3,3, der Mittelwert der Luft-Wasser-Wärmepumpen im Altbau-Feldtest des Fraunhofer ISE.
- Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler: 24 Cent je Kilowattstunde plus 140 Euro Grundpreis im Jahr, der Durchschnitt aus einem Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW vom Februar 2026.
| Variante | Rechnung | Kosten pro Jahr |
|---|---|---|
| Gasheizung | 20.000 kWh × 11,93 Cent | rund 2.390 Euro |
| Wärmepumpe, JAZ 3,3 | 18.000 kWh ÷ 3,3 = 5.455 kWh × 24 Cent + 140 Euro | rund 1.450 Euro |
| Wärmepumpe, schwächere JAZ 2,8 | 6.429 kWh × 24 Cent + 140 Euro | rund 1.680 Euro |
| Wärmepumpe, JAZ 3,3, ohne eigenen Zähler | 5.455 kWh × 31,5 Cent | rund 1.720 Euro |
In diesem Beispiel spart die Wärmepumpe je nach Effizienz und Tarif etwa 670 bis 940 Euro im Jahr. Nicht eingerechnet sind Wartung und Schornsteinfeger beim Gas sowie die Wartung der Wärmepumpe, für die co2online 100 bis 400 Euro im Jahr nennt. Ebenfalls nicht eingerechnet ist, dass der CO2-Preis auf Gas ab 2028 am Markt gebildet werden soll. Die letzte Zeile zeigt, wie viel der Tarif ausmacht. Mehr dazu unter Stromtarif für Wärmepumpen. Wie stark eine eigene Solaranlage den Strompreis senken kann, steht im Beitrag Wärmepumpe und Photovoltaik, und warum die Jahresarbeitszahl so viel ausmacht, unter Jahresarbeitszahl.
So vergleichen Sie Angebote
Legen Sie mindestens zwei Angebote nebeneinander und prüfen Sie Posten für Posten, ob Fundament, Elektrik, hydraulischer Abgleich, Warmwasser und Entsorgung der Altanlage enthalten sind. Achten Sie darauf, dass Montage und Lohn getrennt ausgewiesen sind und die Leistung der Wärmepumpe auf einer Heizlastberechnung beruht. Ein Angebot ohne Heizlastberechnung kann eine zu große Wärmepumpe enthalten, die mehr kostet und schlechter läuft. Und fragen Sie nach, wenn ein Posten als „bauseits“ markiert ist. Ob Ihr Haus überhaupt geeignet ist, klärt der Beitrag Wärmepumpe im Altbau.
Häufige Fragen
Warum unterscheiden sich Wärmepumpen-Angebote so stark?
Weil Posten wie Fundament, Elektrik oder hydraulischer Abgleich oft fehlen oder anders gerechnet werden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fand Angebote zwischen rund 20.000 und 63.000 Euro.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Teilen Sie den Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl. Bei 18.000 Kilowattstunden Wärme und einer Jahresarbeitszahl von 3,3 sind es rund 5.450 Kilowattstunden Strom.
Wird die Entsorgung der alten Heizung gefördert?
Die fachgerechte Demontage und Entsorgung der alten Anlage ist Voraussetzung für den Klimageschwindigkeitsbonus. Lassen Sie sie im Angebot als eigene Position ausweisen.
Lohnt sich ein separater Zähler für die Wärmepumpe?
Oft ja. Im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW kosteten Tarife mit eigenem Zähler im Schnitt 24 Cent, ohne eigenen Zähler rund 31,5 Cent je Kilowattstunde. Der Umbau des Zählerschranks kann aber teuer sein.
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Quellen
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Luft-Wasser-Wärmepumpen, Auswertung von 160 Angeboten (PDF)
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Faktencheck Wärmepumpen im Altbau, Stand Februar 2026 (PDF)
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458)
- co2online: Wärmepumpe, Kosten, Funktion und Förderung
- BDEW-Gaspreisanalyse
- Verbraucherzentrale NRW: Stromtarife von Wärmepumpen nicht ausreichend vergleichbar
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpenfeldtest, Zwischenergebnisse bestätigen effizienten Betrieb auch im Altbau