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Wärmerix Heizungs-Check starten

Was Photovoltaik für Ihre Wärmepumpe wirklich beiträgt

Wie viel Solarstrom eine Wärmepumpe realistisch nutzt, warum der Winter die Grenze setzt und wann sich Speicher und Steuerung lohnen.

Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.

Eine Photovoltaikanlage passt gut zur Wärmepumpe, deckt aber nur einen Teil ihres Stroms. Den größten Beitrag leistet sie im Frühjahr, Sommer und Herbst, vor allem beim Warmwasser. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten läuft, liefert sie wenig: Eine 10-kWp-Anlage in Wolfenbüttel erzeugt im Dezember nur gut ein Fünftel dessen, was sie im Juni schafft. In Messungen des Fraunhofer ISE erreichten Häuser mit Wärmepumpe und PV ohne Batterie 25 bis 40 Prozent Autarkie.

Warum Sommer und Winter so verschieden sind

Wärmepumpe und Solaranlage arbeiten in entgegengesetzten Jahreszeiten am stärksten. Die Wärmepumpe braucht im Januar viel Strom, die PV-Anlage liefert im Juni viel Strom. Das lässt sich mit dem kostenlosen Rechner PVGIS der Europäischen Kommission für jeden Standort nachrechnen. Unsere Annahmen: 10 kWp, Ausrichtung Süd, 35 Grad Dachneigung, 14 Prozent Systemverluste, Standort Wolfenbüttel, Wetterdaten 2005 bis 2023.

MonatErtrag (kWh)Anteil am Jahresertrag
Januar3153,0 %
Februar5174,9 %
März9078,6 %
Juni1.32812,6 %
September1.0179,7 %
November3853,7 %
Dezember2852,7 %
Ganzes Jahrrund 10.500100 %

Die vier dunkelsten Monate November bis Februar bringen zusammen rund 1.500 kWh, also etwa 14 Prozent des Jahresertrags. Dazu kommt: Der Solarstrom fällt mittags an, die Wärmepumpe läuft im Winter aber auch morgens, abends und nachts. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass auch ein Batteriespeicher dieses Ungleichgewicht zwischen Sommer und Winter nicht auflösen kann.

Wer mit dem Gedanken spielt, „mit der PV-Anlage heize ich umsonst“, wird also enttäuscht. Wer die PV-Anlage als Baustein sieht, der die Stromrechnung spürbar senkt, liegt richtig. Wie sich die Wärmepumpe bei Frost verhält, lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe im Winter.

Wie viel Eigenverbrauch realistisch ist

Zwei Begriffe helfen beim Einordnen. Der Eigenverbrauch gibt an, welcher Teil des Solarstroms im Haus genutzt wird statt ins Netz zu gehen. Die Autarkie gibt an, welcher Teil Ihres gesamten Strombedarfs aus der eigenen Anlage kommt. Das Fraunhofer ISE hat sechs Häuser mit Wärmepumpe und PV-Anlage vermessen und im November 2025 diese Bandbreiten veröffentlicht:

AusstattungAutarkieEigenverbrauch
PV ohne Batterie25 bis 40 %22 bis 37 %
PV mit Batterie32 bis 62 %40 bis 83 %

Die Verbraucherzentrale nennt ähnliche Größenordnungen: Ohne Speicher erzeugt eine PV-Anlage im Einfamilienhaus etwa 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe, mit Speicher sind etwa 40 Prozent möglich. Nur in sehr gut gedämmten Häusern mit geringem Verbrauch sind mehr als 60 Prozent erreichbar. Je weniger Wärme das Haus braucht, desto größer wird der Anteil, den die Sonne abdecken kann.

Lohnt sich ein Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend und die Nacht. Das hebt den Eigenverbrauch deutlich, wie die Messwerte oben zeigen. Er verschiebt aber keinen Sommerstrom in den Winter. In den Wochen, in denen die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, ist der Speicher oft gar nicht voll.

Die Verbraucherzentrale nennt für Batteriespeicher Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro, größere Speicher können bis zu 20.000 Euro kosten. Ob sich das rechnet, hängt vom Haushaltsstromverbrauch ab, nicht in erster Linie von der Wärmepumpe. Lassen Sie sich die Rechnung mit Ihren eigenen Verbrauchswerten zeigen.

Einen günstigeren Speicher haben Sie oft schon im Haus: den Warmwasserspeicher und das Gebäude selbst. Das Fraunhofer ISE beschreibt als gängigen Ansatz, bei Solarüberschuss die Solltemperaturen anzuheben. Das Warmwasser wird dann mittags aufgeheizt, und die Räume speichern etwas Wärme für den Abend. Mehr zum Thema Warmwasser lesen Sie im Ratgeber Warmwasser mit der Wärmepumpe.

Steuerung entscheidet über den Nutzen

Damit die Wärmepumpe dann läuft, wenn die Sonne scheint, müssen beide Anlagen miteinander sprechen. Ein Energiemanagementsystem erkennt Überschüsse und gibt der Wärmepumpe oder dem Speicher Vorrang. Ältere Geräte nutzen dafür meist eine einfache Schnittstelle wie SG Ready, neuere eine digitale Anbindung.

Für geförderte Wärmepumpen schreibt die BEG-Richtlinie eine digitale Schnittstelle vor, die sowohl die Steuerung durch den Netzbetreiber nach § 14a EnWG als auch die Einbindung in ein Energiemanagementsystem ermöglicht. Ab dem 1. Juli 2027 muss sie einem einheitlichen europäischen Format entsprechen, zum Beispiel EEBUS. Wenn Sie PV und Wärmepumpe nicht gleichzeitig kaufen, achten Sie darauf, dass die Geräte später zusammenpassen.

Vorsicht beim Heizstab: Manche Systeme schicken Überschussstrom in den Elektroheizstab. Der macht aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme, während der Verdichter der Wärmepumpe ein Vielfaches daraus macht. Sinnvoller ist es fast immer, die Wärmepumpe selbst etwas früher oder wärmer laufen zu lassen.

Zähler und Stromtarif mitplanen

Für neue Wärmepumpen gibt es reduzierte Netzentgelte nach § 14a EnWG. Die besonders günstige Variante setzt einen separaten Zähler für die Wärmepumpe voraus. Mit PV-Anlage braucht das Planung, weil der Solarstrom dann nicht ohne Weiteres direkt zur Wärmepumpe fließt. Es gibt Messkonzepte, die beides verbinden, sie müssen aber zum Zählerschrank und zum Netzbetreiber passen. Ob ein zweiter Zähler sich für Sie lohnt, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Stromtarif.

Laut Fraunhofer ISE ist selbst erzeugter Solarstrom günstiger als Netzstrom, auch im Vergleich mit Wärmepumpentarifen. Jede Kilowattstunde, die die Wärmepumpe direkt vom Dach bezieht, spart also Geld.

Wann die Kombination weniger bringt

Es gibt Fälle, in denen die PV-Anlage für die Wärmepumpe wenig ausrichtet. Das gilt für stark verschattete Dächer, reine Norddächer und Altbauten mit sehr hohem Wärmebedarf im Winter. Hier bringt es oft mehr, zuerst den Wärmebedarf und die Vorlauftemperatur zu senken. Das verbessert die Jahresarbeitszahl in allen Monaten, auch im Januar. Wie das im Bestand gelingt, beschreibt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Sinnvoll ist die Kombination dagegen fast immer, wenn das Dach ohnehin gut geeignet ist und im Haus tagsüber Strom gebraucht wird. Die Gesamtkosten für Wärmepumpe und PV ordnet der Ratgeber Wärmepumpe Kosten ein. Wir planen die Wärmepumpe so, dass sie mit einer vorhandenen oder späteren PV-Anlage zusammenarbeiten kann, und rechnen Ihnen vorher vor, wie viel Solarstrom sie realistisch nutzen wird.

Häufige Fragen

Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Eine feste Formel gibt es nicht. Meist ist es sinnvoll, die gut geeignete Dachfläche zu nutzen, denn im Winter reicht selbst eine große Anlage nicht für den vollen Bedarf, im Sommer wird Überschuss eingespeist.

Kann ich eine Wärmepumpe an eine bestehende PV-Anlage anschließen?

Ja. Wichtig sind eine passende Schnittstelle an der Wärmepumpe, ein Energiemanagement, das Überschüsse erkennt, und ein Messkonzept, das zum Zählerschrank passt.

Heizt die Wärmepumpe im Winter mit Solarstrom?

Nur zu einem kleinen Teil. In Wolfenbüttel liefert eine Süddach-Anlage im Dezember nur rund 3 Prozent ihres Jahresertrags, den Rest bezieht die Wärmepumpe dann aus dem Netz.

Lohnt sich PV auch ohne Batteriespeicher?

Ja. Auch ohne Speicher deckten Häuser mit Wärmepumpe in den Messungen des Fraunhofer ISE 25 bis 40 Prozent ihres Strombedarfs selbst.