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Warmwasser mit der Wärmepumpe

Wie groß der Speicher sein sollte, welche Temperatur hygienisch sicher ist und wann eine Frischwasserstation oder Warmwasser-Wärmepumpe passt.

Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.

Eine Wärmepumpe kann Ihr Warmwasser ohne Weiteres mitbereiten, im Einfamilienhaus meist über einen Speicher von rund 200 bis 250 Litern für vier Personen. Die eigentliche Frage ist die Temperatur: Jedes Grad mehr kostet Effizienz, zu wenig gefährdet die Hygiene. Das Umweltbundesamt empfiehlt mindestens 60 Grad am Austritt des Trinkwassererwärmers und mindestens 55 Grad überall im Leitungssystem.

Wie die Wärmepumpe Warmwasser bereitet

In den meisten Einfamilienhäusern heizt die Wärmepumpe abwechselnd das Haus und einen Trinkwasserspeicher. Ein Umschaltventil leitet das Heizungswasser je nach Bedarf in die Heizkörper oder in den Wärmetauscher im Speicher. Für Warmwasser braucht die Wärmepumpe eine deutlich höhere Temperatur als für die Heizung, besonders bei Fußbodenheizung oder großen Heizkörpern. Deshalb arbeitet sie im Warmwasserbetrieb weniger effizient. Das Umweltbundesamt beschreibt genau diesen Zielkonflikt: Hohe Temperaturen schützen vor Legionellen, senken aber die Effizienz der Wärmepumpe.

Wie wichtig eine saubere Trennung ist, zeigt der Feldtest des Fraunhofer ISE. Bei einem Teil der Anlagen mit Kombispeichern waren die Temperaturniveaus für Raumheizung und Trinkwasser nicht zuverlässig getrennt. Die Folge war teilweise unnötige Wärmebereitstellung auf Warmwasser-Niveau, also verschenkter Strom. Wie sich das auf die Gesamtbilanz auswirkt, erklärt der Ratgeber zur Jahresarbeitszahl.

Welche Speichergröße Sie brauchen

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) beschreibt in seinem Leitfaden Trinkwassererwärmung ein vereinfachtes Verfahren für Ein- und Zweifamilienhäuser mit üblicher Sanitärausstattung. Pro Person werden 25 Liter Warmwasser mit 60 Grad als Tagesbedarf angesetzt. Für die Speichergröße wird dieser Wert verdoppelt. Wird der Speicher mit weniger als 60 Grad betrieben, muss er entsprechend größer sein. Der BWP rechnet mit 10 Grad Kaltwasser: Bei 50 Grad Speichertemperatur wird aus 200 Litern ein Bedarf von 250 Litern.

Personen im HaushaltSpeicher bei 60 °CSpeicher bei 50 °C
2100 Liter125 Liter
3150 Literrund 190 Liter
4200 Liter250 Liter
5250 Literrund 310 Liter

Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel ähnlich etwa 50 Liter Speichervolumen pro Person. Wer viel badet, eine Regendusche hat oder mehrere Bäder gleichzeitig nutzt, braucht mehr. Ein zu großer Speicher ist auch nicht gut: Er verliert mehr Wärme und das Wasser steht länger. Neben dem Volumen zählt die Fläche des Wärmetauschers im Speicher. Sie muss zur Leistung der Wärmepumpe passen, sonst erreicht die Anlage die gewünschte Temperatur nur langsam oder gar nicht.

Wie viel Strom das Warmwasser braucht

Der BWP setzt überschlägig einen mittleren Warmwasserbedarf von 1,45 kWh pro Person und Tag an, das entspricht den 25 Litern mit 60 Grad. Für vier Personen sind das rund 5,8 kWh am Tag oder gut 2.100 kWh im Jahr, Speicherverluste noch nicht eingerechnet. Angenommen, Ihre Wärmepumpe erreicht im Warmwasserbetrieb eine Arbeitszahl von 2,5, weil sie dafür höhere Temperaturen erzeugen muss als für die Heizung. Dann kostet das Warmwasser etwa 850 kWh Strom im Jahr. Jede Absenkung der Speichertemperatur verbessert diese Zahl, darf aber nicht auf Kosten der Hygiene gehen.

Temperatur und Legionellenschutz

Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem, stehendem Wasser vermehren. Gefährlich werden sie, wenn sie beim Duschen mit feinen Tröpfchen eingeatmet werden. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 unterscheidet zwei Fälle:

  • Großanlagen haben einen Warmwasserspeicher mit mehr als 400 Litern und Leitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt zwischen Speicher und Zapfstelle. Hier gelten feste Vorgaben, etwa 60 Grad am Speicheraustritt.
  • Kleinanlagen sind Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern, unabhängig von der Speichergröße, sowie Anlagen mit höchstens 400 Litern Speicher und höchstens 3 Litern Leitungsinhalt. Für sie schreibt das Arbeitsblatt laut Baunetz Wissen keine besonderen Vorkehrungen vor.

Das Umweltbundesamt empfiehlt Privathaushalten trotzdem, am Speicheraustritt mindestens 60 Grad und im ganzen Leitungsnetz mindestens 55 Grad einzuhalten. Zusätzlich rät es, selten genutzte Leitungsabschnitte regelmäßig zu spülen. Baunetz Wissen nennt als Grundregel, Stagnation bei Temperaturen über 25 Grad zu vermeiden.

Was heißt das für Sie? Wohnen Sie zu viert, nutzen täglich alle Zapfstellen und haben keine lange Zirkulationsleitung, ist das Risiko gering. Steht das Gästebad wochenlang leer oder gibt es eine Zirkulation durch das ganze Haus, sollten die Temperaturen eher bei den Empfehlungen des Umweltbundesamts liegen. Viele Wärmepumpen haben eine Legionellenschaltung, die den Speicher regelmäßig über 60 Grad aufheizt, oft mit dem Heizstab. Das kostet Strom und ersetzt keinen guten Wasseraustausch. Besprechen Sie die Einstellung mit Ihrem Installateur, statt einfach die niedrigste Temperatur zu wählen.

Frischwasserstation als Alternative

Bei einer Frischwasserstation lädt die Wärmepumpe einen Pufferspeicher mit Heizungswasser. Das Trinkwasser wird erst beim Zapfen im Durchlaufprinzip über einen Plattenwärmetauscher erwärmt. Der BWP nennt als Vorteil die hygienische Trinkwassererwärmung, weil kein Trinkwasser gespeichert wird. Er weist aber auch darauf hin, dass zum Einhalten der anerkannten Regeln der Technik gegebenenfalls höhere Speichertemperaturen im Puffer nötig sind. Laut Verbraucherzentrale ist die Lösung hygienisch und effizient, kostet in der Installation aber mehr. Sinnvoll ist sie vor allem bei hohem Zapfbedarf oder wenn ohnehin ein Pufferspeicher gesetzt wird.

Warmwasser-Wärmepumpe als eigene Lösung

Eine Warmwasser-Wärmepumpe (auch Brauchwasser-Wärmepumpe) ist ein kompaktes Gerät mit eigenem Speicher, das nur Warmwasser bereitet. Die Verbraucherzentrale nennt Jahresarbeitszahlen von 2,5 bis 4. Sie kommt in Frage, wenn die Heizung kein Warmwasser liefern kann, etwa bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Zusammen mit einer förderfähigen Heizung ist sie laut KfW-Infoblatt mitförderfähig, sofern sie keine Raumluft aus beheizten Bereichen als Wärmequelle nutzt.

So bleibt das Warmwasser effizient

  • Kurze Wege: Den Speicher im beheizten Bereich und nah an Bad und Küche aufstellen, Leitungen gut dämmen.
  • Zirkulation nur wo nötig: Eine Zirkulationspumpe hält Warmwasser ständig in Bewegung und verursacht Wärmeverluste. Wenn sie nötig ist, dann mit Zeitsteuerung.
  • Sparsame Armaturen: Weniger Warmwasser heißt kleinerer Speicher und weniger Strom.
  • Solarstrom nutzen: Mit einer PV-Anlage lässt sich der Speicher mittags gezielt aufheizen, Details im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik.

Speicher, Frischwasserstationen und Zirkulationspumpen zählen bei der Heizungsförderung zu den förderfähigen Kosten, wenn sie zusammen mit der Wärmepumpe eingebaut werden. Wie der Antrag abläuft, steht im Ratgeber KfW-Förderantrag für die Wärmepumpe.

Häufige Fragen

Wie groß muss der Warmwasserspeicher für vier Personen sein?

Nach dem vereinfachten Verfahren des Bundesverbands Wärmepumpe rund 200 Liter bei 60 Grad oder 250 Liter bei 50 Grad Speichertemperatur. Hoher Komfortbedarf erhöht den Wert.

Reichen 50 Grad Warmwassertemperatur im Einfamilienhaus?

Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 stellt an Kleinanlagen keine besonderen Anforderungen. Das Umweltbundesamt empfiehlt dennoch 60 Grad am Speicheraustritt und 55 Grad im Leitungsnetz, besonders wenn Leitungen selten genutzt werden.

Ist eine Frischwasserstation hygienischer als ein Trinkwasserspeicher?

Sie speichert kein Trinkwasser, sondern erwärmt es erst beim Zapfen. Das gilt als hygienischer Vorteil, die Installation ist aber teurer.

Wird der Warmwasserspeicher gefördert?

Ja, wenn er zusammen mit einer förderfähigen Heizung eingebaut wird. Laut KfW-Infoblatt zählen Warmwasserspeicher, Frischwasserstationen und hocheffiziente Zirkulationspumpen zu den förderfähigen Maßnahmen.