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Wärmerix Heizungs-Check starten

Müssen für die Wärmepumpe alle Heizkörper raus?

Ob Heizkörper für die Wärmepumpe getauscht werden müssen, zeigt die raumweise Heizlast. Oft betrifft es nur Bad oder Wohnzimmer.

Stand: 6. Oktober 2026. Von Wärmerix, Wärmepumpen-Fachbetrieb in Wolfenbüttel.

Nein, in den meisten Häusern müssen für eine Wärmepumpe nicht alle Heizkörper getauscht werden. Ob ein Heizkörper bleiben kann, zeigt die raumweise Heizlastberechnung: Sie prüft, ob er bei der niedrigeren Vorlauftemperatur der Wärmepumpe genug Wärme in den Raum bringt. Oft betrifft ein Tausch nur einzelne Räume, typischerweise Bad oder Wohnzimmer.

Warum die Vorlauftemperatur entscheidet

Ein Heizkörper gibt umso mehr Wärme ab, je wärmer das Wasser ist, das durch ihn fließt. Alte Öl- und Gaskessel liefen oft mit hohen Vorlauftemperaturen, die Heizkörper wurden darauf ausgelegt. Eine Wärmepumpe arbeitet dagegen umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert: Ein Gebäude ist für eine Wärmepumpe geeignet, wenn die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 Grad liegt.

Dass das mit Heizkörpern klappt, zeigen Messdaten. Im Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Wärmepumpen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 konnten ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden wie Flächenheizungen. Das Stichwort lautet „ausreichend dimensioniert“. Genau das wird raumweise geprüft. Mehr zur Ausgangslage ohne Fußbodenheizung lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung.

Raumweise Heizlast statt Bauchgefühl

Bei der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 wird für jeden Raum ermittelt, wie viel Wärme er am kältesten Auslegungstag braucht. Daneben steht die Leistung des vorhandenen Heizkörpers bei der geplanten Vorlauf- und Rücklauftemperatur. co2online beschreibt, dass dabei auch die Durchflüsse durch die einzelnen Heizflächen berechnet werden.

Ein Beispiel mit offengelegten Annahmen: Das Wohnzimmer braucht laut Berechnung 1.800 Watt. Der vorhandene Heizkörper schafft laut Herstellertabelle bei 50 Grad Vorlauf nur 1.200 Watt. Hier fehlt etwas, dieser Heizkörper ist ein Kandidat für den Tausch. Das Schlafzimmer daneben braucht 700 Watt, sein Heizkörper liefert bei 50 Grad 900 Watt. Er kann bleiben. Achten Sie darauf, dass die Herstellerangaben auf die richtigen Temperaturen umgerechnet werden. Kataloge geben die Leistung oft für deutlich höhere Systemtemperaturen an.

Typische Kandidaten sind Räume, die hohe Temperaturen brauchen oder viel Wärme verlieren: das Bad mit 24 Grad Wunschtemperatur, das Wohnzimmer mit großer Fensterfront, ein Eckzimmer mit zwei Außenwänden. Schlafzimmer mit niedrigerer Solltemperatur kommen dagegen oft mit dem vorhandenen Heizkörper aus.

Ein einfacher Test vorab

Sie können schon vor der Planung selbst einen ersten Eindruck gewinnen. Stellen Sie an einigen kalten Tagen die Vorlauftemperatur Ihres alten Kessels auf etwa 50 bis 55 Grad herunter und schalten Sie die Nachtabsenkung aus. Lassen Sie die Thermostate wie gewohnt eingestellt. Notieren Sie nach ein bis zwei Tagen, welche Räume nicht mehr warm werden. Diese Liste ersetzt keine Berechnung, ist aber ein guter Ausgangspunkt für das Gespräch mit dem Fachbetrieb.

Welche Möglichkeiten es gibt

LösungWie sie hilftWorauf achten
Größerer Plattenheizkörpermehr Fläche, mehr Leistung bei gleicher TemperaturPlatz unter dem Fenster, Gewicht, Anschlussmaße
Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörperlaut co2online für Vorlauftemperaturen von etwa 35 bis 45 Grad gedachthöherer Preis pro Stück
Heizkörper mit Gebläse (Gebläsekonvektor)ein Lüfter erhöht die Wärmeabgabe, geeignet für kleinere FlächenStromanschluss, leises Lüftergeräusch
Flächenheizung in einem Raumsehr niedrige Vorlauftemperatur möglichAufwand für Boden oder Wand, meist nur bei ohnehin geplanter Renovierung

Manchmal ist der Heizkörper gar nicht das Problem. Ein undichtes Fenster oder eine ungedämmte Heizkörpernische erhöht den Wärmebedarf des Raums. Dann kann es günstiger sein, an dieser Stelle anzusetzen.

Worauf Sie beim Tausch achten sollten

  • Reihenfolge: Erst rechnen, dann bestellen. Wer vorab auf Verdacht alle Heizkörper erneuert, gibt oft Geld für Räume aus, die gar kein Problem hatten.
  • Zeitpunkt: Heizkörper am besten gemeinsam mit der Wärmepumpe tauschen. Dann wird die Anlage einmal befüllt, entlüftet und eingestellt.
  • Ventile: Alte, nicht voreinstellbare Thermostatventile verhindern einen sauberen Abgleich. Ihr Austausch gegen voreinstellbare Ventile zählt laut KfW-Infoblatt ebenfalls zu den förderfähigen Maßnahmen.
  • Anschlüsse: Ein neuer Heizkörper mit gleichen Anschlussmaßen spart Arbeit an den Rohren. Ist ein anderer Platz besser, etwa eine freie Wand statt einer engen Nische, lohnt der Mehraufwand oft.

Ohne hydraulischen Abgleich geht es nicht

Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht. Ohne ihn bekommen nahe Heizkörper zu viel, entfernte zu wenig. Die typische Reaktion ist dann, die Heizkurve hochzudrehen, und damit sinkt die Effizienz im ganzen Haus. Für die KfW-Heizungsförderung ist der Einbau der neuen Heizung mit einer Optimierung des gesamten Heizungsverteilungssystems zu verbinden. Den Abgleich weisen Sie bei Anforderung zum Beispiel mit dem Formular der VdZ nach. Das KfW-Infoblatt nennt für die Heizungsoptimierung das Verfahren B, also eine Berechnung auf Basis der raumweisen Heizlast.

Ein Praxisbeispiel des Umweltbundesamts

Das Umweltbundesamt dokumentiert ein Einfamilienhaus nahe Darmstadt mit 140 Quadratmetern Wohnfläche, das auf eine Wärmepumpe umgestellt wurde. Neue Wärmepumpenheizkörper kamen ins Bad sowie ins Fernseh- und Arbeitszimmer. Die Heizkörper in den Schlafzimmern im Obergeschoss blieben unverändert, ein hydraulischer Abgleich gehörte zum Umbau. Genau dieses Muster sehen Fachbetriebe häufig: wenige gezielte Tauschaktionen statt eines Komplettumbaus.

Was der Tausch kostet und was gefördert wird

Die Kosten hängen von Größe, Bauart und Anschlusssituation ab und lassen sich erst nach der raumweisen Berechnung seriös beziffern. Gute Nachricht für das Budget: Laut KfW-Infoblatt sind Heizkörper in jeglicher Bauausführung, ausdrücklich auch Gebläsekonvektoren, sowie der hydraulische Abgleich förderfähig, wenn sie zusammen mit dem Heizungstausch umgesetzt werden. Sie zählen dann zu den förderfähigen Kosten, die bei der ersten Wohneinheit auf 28.000 € begrenzt sind. Wie Sie den Zuschuss beantragen, steht im Ratgeber KfW-Förderantrag für die Wärmepumpe.

Wann es mit Heizkörpertausch allein nicht reicht

Es gibt Häuser, in denen fast jeder Raum durchfällt, weil der Wärmebedarf insgesamt sehr hoch ist. Dann würde die Wärmepumpe dauerhaft mit hohen Vorlauftemperaturen laufen und eine schlechte Jahresarbeitszahl erreichen. In diesem Fall ist es sinnvoller, zuerst über Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke oder neue Fenster nachzudenken und die Wärmepumpe danach auszulegen. Wie man das in älteren Häusern sinnvoll staffelt, beschreibt der Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Häufige Fragen

Welche Vorlauftemperatur ist für eine Wärmepumpe noch sinnvoll?

Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert, dass die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 Grad liegen sollte. Je niedriger, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.

Sind Gebläsekonvektoren laut?

Sie haben einen Lüfter und sind deshalb nicht völlig geräuschlos. In Wohn- und Arbeitsräumen stört das meist wenig, im Schlafzimmer sollte man die Herstellerangaben zur Lautstärke vorher ansehen.

Werden neue Heizkörper von der KfW gefördert?

Ja, wenn sie im Zusammenhang mit dem Einbau der Wärmepumpe getauscht werden. Das KfW-Infoblatt nennt Heizkörper jeder Bauart, auch Gebläsekonvektoren, als förderfähige Maßnahme.

Kann ich Heizkörper später noch tauschen, wenn ein Raum kalt bleibt?

Ja, das ist technisch jederzeit möglich. Gefördert über den Heizungszuschuss wird der Tausch aber nur als Teil der beantragten Maßnahme, deshalb lohnt die Prüfung vorab.